- ATTS - Advanced Telescope Tracking System

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ATTS


Was ist ein Pointing-Modell?

Pointing Modelle modellieren diverse mechanische Imperfektionen eines Systems aus Teleskop und Montierung und ermöglichen, Positionierungs- und Nachführungsfehler zu minimieren. Häufig sind zwei Typen von Modellen in Gebrauch:

  • Finite Elemente Raster Korrektur
  • Analytische Modelle

ATTS soll letztendlich beide Modell-Typen zur Verfügung stellen.

Das ab Version 2.0 in ATTS implementierte Pointingmodell wird folgende Fehler berücksichtigen:

In derMontierung:
  • Nordungsfehler in Azimut und in Elevation. Eine extrem genaue Nordung der Montierung ist dadurch nicht notwendig.
  • Nullpunktsfehler der "elektronischen Teilkreise"
  • Achswinkelfehler (Winkelfehler zwischen Rektaszensions- und Deklinationsachse)

Im Teleskop:
  • Tubusdurchbiegung
  • Kollimationsfehler


Was ist ein Pointing File?

Ein Pointing File enthält die tatsächlichen, auf Azimut und Elevation bezogen Korrekturinformationen, auf deren Basis ATTS die korrekte Stellung der Montierungsachsen berechnet und im Zusammenspiel mit den Meßwerten der Winkelencoder dann auch anfährt.
Mehrere Pointing-Files können verwaltet und je nach Situation verwendet werden.


Autopointing

ATTS wird ab Version 2 autopointingfähig werden.
D.h. ein Pointingfile wird durch automatisches Anfahren und Fotografieren von Rasterpunkten am Himmel sowie anschließende astrometrische Auswertung der Aufnahmen möglichst vollautomatisch erzeugt.


Vorteil von Encodern im Zusammenhang mit Pointing-Modellen

Der große Vorteil von Winkelencodern auf beiden Achsen ist auch besonders in Kombination mit Pointing-Modellen hervorzuheben.

Während der Kalibrierung des Modelles sind die unter Präzision der Nachführung beschriebenen periodischen und nichtperiodischen mechanischen Imperfektionen der Montierung bereits vorab auf ein Minimum ausgeregelt. Sie können also die Kalibrierung des Pointing-Modells nur mehr marginal beeinflussen. Sämtliche Meßwerte beziehen sich somit auf eine von Schwankungen bereinigte, linare Bewegung des Teleskopes. Sie sind zu einem hohen Grad nur durch jene Einflüsse bedingt, die im Modell auch modelliert sind, zuzüglich der mathematisch getrennt erfassbaren Refraktion.

Umgekehrt kann damit ATTS beim tatsächlichen Positionieren und Nachführen von einer über die Zeit gleichförmigen Winkelgeschwindigkeit der Achsen ausgehen, auf die dann noch die Korrekturwerte des Pointing-Modelles sowie Refraktionskorrekturen aufgeschlagen werden. Durch ständigen Abgleich mit den von den Winkelgebern gelieferten Achsstellungen wird das Teleskop an diese berechnete Position herangeführt.

» Es bedeutet also bei der Verwendung von Pointing-Modellen einen großen Unterschied, ob die Montierung mit hochauflösenden Achs-Encodern ausgerüstet ist oder nicht!

Wenn nicht, so kann das Modell noch so ausgefeilt sein, es werden immer die nicht erfaßten mechanischen Fehler der Montierung sowohl die Kalibrierung des Modelles als auch dessen Anwendung verfälschen und zu Positionierungs- sowie Nachführungsfehlern führen! 


 
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